Kurzzeitige Wohngelegenheiten

Hinweise zur Wohnungssuche – Tipps für Großstädte

Gut, billig und meist kurz

Maklerprosa
Die Anzeigentext sind manchmal eher Poesie und Lobhudelei. Man kann sich nicht auf sie verlassen. Eine Bude mit Blick auf die Hauswand in doppelter Armlänge - so kommt´s einem jedenfalls vor - wird als "hell" schmackhaft gemacht. So gut wie nie erfährt man die Wohnfläche, meist nur die Anzahl der Schlafzimmer (bedrooms), obschon ein Wohnzimmer oder manchmal auch ein Arbeitszimmer (study) vorhanden sind. 

Kontrolle
Makler oder Vermieter haben das Recht, die Mietsache periodisch, meist alle sechs Monate, zu inspizieren, ähnlich wie bei uns also. Nur: im Unterschied zu den tatsächlichen Gepflogenheiten in Deutschland tun die Aussies das auch. Folglich stelle man sich auf einen Besuch nach einem halben oder ganzen Jahr ein.

Dauer
Wie lange man an einem bestimmen Ort verweilen möchte, sollt klar sein. Unter zwei Monaten geht so gut wie nichts, denn der Aufwand wäre für die anderen eventuell Beteiligten, Vermieter, Makler usw. unverhältnismäßig hoch. Auch andere Mitbewohner würden sich neu auf jemanden einstellen müssen, was vielen bei kurzfristigen Mietverhältnissen einfach wider den Strich geht.
In der Regel ist eine Kaution (bond) von einer Monatsmiete fällig, erstattungsfähig nur bei Einhalten des Mindestzeitraums.
Termine sind folglich wichtig. Der Monatsanfang ist immer für alle Beteiligten von Bedeutung. Daher gilt es, die Kündigungsfristen einzuhalten. Wer drüber ist, verliert Geld. Zu recht!

Art der Unterkunft, Miethöhe
"Roomsharing", ist bestimmt die günstigste Möglichkeit, aber nichts auf Dauer.
Niemand darf übrigens erwarten, genausoviel wie die Mitbewohner zu berappen. Rucksackreisende sind flüchtige Gesellen und für die anderen vielleicht nur ein Notnagel.
Auch über die eigenen Ansprüche sollte Klarheit herrschen. Welchen Qualitätsstandard erwartet man? Würde man mit den anderen wirklich für die vereinbarte Zeit zusammenhausen oder mit jemand bestimmten gar ein Zimmer teilen können?

Housesharing
ist populär. Die Suche dauert meist etwas länger, aber dafür hat man letztlich allen Komfort eines Hauses, und das zu günstigem Preis, vielleicht sogar mit etwas Grün drumherum.

Housesitting
Viele Australier vermieten ihre Wohnung auf für mehr oder minder lange Zeiträume, also von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten, manchmal auch Jahren.
Shareaccommodation und Aussiehousesitters sind geeignete Internetquellen. Sabbaticalhomes ist eine internationale Seite, wendet sich eher an Akademiker, die längere Auslandseinsätze haben und vielleicht ihr Haus tauschen wollen.

Couchsurfing
Ein paar Tage sind in Ordnung, aber nichts für längere Zeit. Der Grundgedanke ist kultureller Austausch – nicht vergessen – aber nicht das Erhaschen einer kostenlose Bleibe. Das erfordert also auch Gastgeschenk, eine Einladung zum Essen, Zeit für bzw. Zuwendung an den Gastgeber. Hat man sie, will man sie einsetzen?

Qualitätsmerkmale, Lage
Ein reiner Schlafplatz ist etwas anderes, als ein gemütliches Zuhause, wo man richtig wohnen und in das man auch Leute einladen kann. Ist die Lage zu Geschäftsvierteln, dem Stadtzentrum, dem  Arbeitsplatz oder der Uni akzeptabel? Wie ist die Anbindung an den Nahverkehr und welche Kosten entstehen? Lohnt der Kauf eines Fahrrads? Man sollte gut überlegen, in welches Viertel bzw. in welche Vorstadt man zieht, denn die Großstädte sind wegen der herkömmlichen niedrigen Bauweise und Einezlhäusern sehr ausgedehnt, ähnlich wie von London bekannt. Erst die steigenden Immobilienpreise erzwingen ein Höherwachsen von Wohnhäusern.

Suche
Die wichtigsten Internetseiten wurden beschrieben. Gumtree wird vermutlich der Favorit sein. Ansonsten ist noch Flatmatefinders zu nennen.
Ähnlich einer Communityseite aufgebaut, aber letztlich kostenpflichtig. Mit detaillierten Profilen.

Direkte Suche, Stadtviertel
Ja, ja, es gibt sie auch hier noch, die Zettel an den Ampeln und Laternenpfosten oder in Geschäften, Buchhandlungen u.ä. sowie auch in "Community Centers", nicht zu vergessen das Schwarze Brett oder den Zettelkasten an der Uni.