Ethnische Identität
Sport als gesellschaftlicher Kitt
Identitätsfindung und Projektionsfiguren
Die Aborigines machen endlich Fortschritte bei der Bemühung, ihre Rechte und ihre Menschenwürde zurückzufordern, obwohl sie immer noch eine benachteiligte Minderheit im weißen, reichen Australien darstellen. Andere nicht anglo-keltische Gruppen haben sich durch die starke Einwanderung vermehrt. Sie bilden eine wichtige Rolle in der modernen australischen Gesellschaft.
Die Ureinwohner bleiben eine benachteiligte Minderheitengruppe mit hoher Kindersterblichkeitsrate und einer 30% niedrigeren Lebenserwartung als die anderer Australier. Sie sind sechsmal öfter arbeitslos. Allerdings ist die Anerkennung ihrer Rechte in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Aborigine-Blut in seinen Adern fließen zu haben, wurde sogar zu einer Art Trend in der Politik des politisch korrekten Australiens, was die schwierige Frage aufwirft, wie denn nun ein Ureinwohner zu definieren sei. Der Sänger der Aborigine-Popgruppe Yothu Yindi, die traditionelle und moderne elektrische Sounds miteinander verbindet, wurde 1993 zum Australier des Jahres gekürt - ein weiteres Zeichen der Wandlung.
Als Australien 1983 den Americas Cup gewann, zeigte sich der außerordentliche Einfluss, den dieses kleine Land auf die Welt des Sports hat. Verdeutlicht wurde dies durch die Olympischen Spiele 2000 in Sydney. Sie konzentrierten sich auf Homebush Bay, wo sämtliche Athleten in einem Dorf wohnten, von dem sich alle Einrichtungen nicht weiter als 30 km entfernt befanden. Dieses Sportereignis versetzte der Wirtschaft einen beachtlichen Schub und förderte den "Nationalstolz".
Den schätzen die Mächtigen in Wirtschaft und Politik besonders, überall auf der Welt, deckelt er doch gesellschaftliche Unterschiede zu. Man ist zunächst mal Australier. Interessensgegensätze zwischen Arm und Reich, Besitzenden und Habenichtsen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern und natürlich auch Einwanderern und Einheimischen werden glattgebügelt. Das ist spätestens seit den Römern bekannt, aber höchst wirksam, auch bei uns und kann u.U. eine Menge Geld an Polizeikosten ersparen, behaupten Leute schlechten Charakters ...
Der Tag des Melbourne Cup, wenn sich die gesamte Bevölkerung hinsetzt, um ein Pferderennen mitzuverfolgen, ist ein Feiertag. Die Beliebtheit von australischem Football, Kricket, Tennis, Segeln, Surfen und Rugby (zunehmend auch Fußball und Basketball) sind weitere Belege für die "Wichtigkeit" des Sports in Australien oder - je nach Sicht - für eine erfolgreiche Ideologisierung. Natürlich lassen sich auch gerade Einwanderer leicht über Sport in die Gesellschaft einbinden.
Trotz der wenig aufregenden Stadtbilder Australiens (in denen sich möglicherweise noch die britischen Wurzeln widerspiegeln), haben Architekten wie Glen Murcur internationales Ansehen erlangt. Obwohl von einem dänischen Architekten entworfen, war die Eröffnung des Opernhauses in Sydney 1973 eine Art Wendepunkt in der Überwindung der kulturellen Krise und markierte den Beginn einer neuen Ära der Kunst.
In den 1970er Jahren erlebte der australische Film eine explosionsartige Entwicklung, sowohl in Bezug auf Produktion als auch auf internationale Anerkennung. 1986 wurde Crocodile Dundee zum Kassenschlager. Hauptdarsteller Paul Hogan mit seinem berühmten, im Outback üblichen Akubra-Hut, blieb bei der Tradition, den Australier als hageren und lakonischen Zeitgenossen des Outbacks darzustellen, eine Tradition die zuvor von Schauspielern wie Chips Rafferty in The Overlanders etabliert und in der Fernsehwerbung für australisches Lager parodiert wurde.
Neuere Filme siehe unter "Medien", > Filme, http://www.down-under.org/content/filme.
Advance Australia Fair
Australians all let us rejoice
For we are young and free:
We’ve golden soil and wealth for toil
Our home is girt by sea.
Our land abounds in nature’s gifts
Of beauty rich and rare.
In history´s page let every stage
Advance Australia fair.
In joyful strains then let us sing
Advance Australia Fair.
Beneath our radiant Southern Cross
We’ll toil with hearts and hands:
To make this Commonwealth of ours
Renowned of all the lands.
For those who’ve come across the seas
We’ve boundless plains to share.
With courage let us all combine
To Advance Australia Fair.
In joyful strains then let us sing
Advance Australia Fair.
Diese Hymne (ein patriotisches Lied aus dem 19. Jh., das ehemals noch einen Vers über Cooks Ankunft und die pro-britischen Worte “With all her faults we love her still Britannia rules the waves“ enthielt), ersetzte God Save the Queen 1984, obwohl einige fanden, dass Waltzing Matilda die bessere Wahl gewesen wäre. Dies Lied beruht auf den Erfahrungen der Konjunkturflaute in den 1890ern, als arbeitslose Männer mit all ihrer Habe in einem Beutel oder einem Sack (swags) durch den Busch zogen und nach Beschäftigung suchten. Waltzing Matilda wurde als Nationalhymne unpassend befunden, jedoch nur wenige Australier begeistern sich für Advance Australia Fair und geben an, den Text zu kennen.
Ein Einverständnis zur Verteilung dieser "endlosen Ebenen", wie hier im Lied besungen, hat man von den ursprünglichen Bewohnern dieses Landes vermutlich nicht eingeholt.





