Gebiete unter australischer Fuchtel
Norfolk Island
Das 36,2 km2 große, elipsenfömige Territory zählt 2.114 Einwohner und liegt 1.610 km nordöstlich von Sydney und 1.063 km nordwestlich von Auckland (Neuseeland) in der Tasmanischen See. Mit ihren grünen, bis zu 313 m hohen Hügeln (Mt. Bates), ausgezeichneten Stränden, weltberühmten Norfolk-Kiefern und mildem Klima ist die Norfolkinsel heute ein kleines Paradies. Im 19. Jh. war das Eiland allerdings als "Ocean Hell" bei den hier festgehaltenen Schwerstverbrechern gefürchtet. Später diente Norfolk Island als Walfängerstützpunkt. Die heutigen Bewohner leben vom Gemüse, Obst - und Blumenanbau, von der Viehzucht und vom Tourismus. Akzeptiert werden australische Dollar.
Ein bisschen Missbrauch aus Langeweile
Die ersten Siedler auf der Norfolkinsel waren Polynesier, die von Neuseeland aus vor mehreren hundert Jahren landeten. 1774, als James Cook die Insel zusammen mit den Danziger Forschern Georg und Reinhold Forscher besuchte, war sie jedoch unbesiedelt. 1788 ließ der erste australische Gouverneur, Arthur Phillip, hier eine Siedlung gründen, die allerdings schon 1813 aufgegeben wurde (die Bewohner wurden nach Tasmanien gebracht). Zwischen 1825 und 1855 diente die Norfolk-Insel als Strafkolonie. 1856 wurden die 194 Nachkommen der "Bounty"-Meuterer von der 6.000 km südöstlich gelegenen Pitcairn Island nach Norfolk Island umgesiedelt, weil ihre Heimat sie nicht mehr ernähren konnte. Doch 46 von ihnen kehrten nach einigen Jahren wieder nach Pitcairn zurück. Aufsehen erregten die Insulaner unlängst, weil sie mit dem Frauenmangel nicht klarkamen und sich die jungen, minderjährigen Mädels griffen. Zur Verhandlung musste erstmal eine hölzerne Gerichtshallte gezimmert werden. Und das standen sie nun, die englischen Richter mit ihren Perücken ...
Auf Vergewaltigungen, Inzest, Missbrauch lautete die Anklage. Einer der Missetäter war der Bürgermeister Steve Christian, Nachkomme des Meuterei-Anführers Fletcher Christian, sowie der ehemalige Richter Jay Warren. Pikant: Die Frauen standen hinter den Männern, denn "Sex ist wie Lebensmittel auf dem Tisch. Die Jugendlichen hier haben keine öffentlichen Vergnügungen", meinte die Frau des Bürgermeisters. Die Geschichte erinnert an den Missbrauch unter den Eingeborenen Australiens, obwohl nicht wirklich dasselbe.
Die meisten der heutigen Bewohner von Norfolk Island sind miteinander verwandt und sprechen eine "Norfolkese" genannte Mischsprache aus altertümlichem Englisch, schottischem Gälisch, Irisch, Tahitianisch und Mangareva-Polynesisch.
Die kleine Inselhauptstadt Kingston (800 Einwohner) an der Emily Bay ist ein malerischer Ort inmitten schöner Gärten. Sehenswert sind die ehemaligen Sträflingshäuser, der Quality Row Cemetery (Sträflingsfriedhof), und die von dem "Bounty"-Meuterer John Adams auf Pitcairn geschnitzten Holztafeln mit den Zehn Geboten bei Mrs. Herbert Baily. In der Umgebung lohnen die St. Barnabas Chapel, die Middlegate Road mit majestätischen Norfolk-Tannen, die Bloody Bridge, wo die Sträflinge einen Aufseher ermordeten und ihn einmauerten, die Australian Antarctic Headquarters (Offen Wochentags: 9-17 Uhr), das Inselinnere mit den beiden Bergen Mt. Pitt und Mt. Bates (herrlicher Ausblick) und die Ducombe Bay mit ihren schönen Stränden und Norfolk-Tannen. Zuletzt das Blackmans Bay Blowhole (Talone Road), verborgen in einem Park am nördlichen Ende des Strandes, und der Shot Tower im Norden von Kingston am Channel Hwy.
Praktische Hinweise
Information:
Norfolk Island Tourist Bureau (Kingston); in Sydney: Pacific Travel Centre (20 Loftus St.). Zur Einreise benötigt man einen Visitor Permit, der 30 Tage gültig ist und verlängert werden kann.
Unterkunft:
Welcome Inn, Kingston View Dve, Kingston TAS 7050, Tel.: (03) 6229 4800, Fax: (03) 6229 3454
Beachside Hotel/Motel, 2 Beach Rd., Kingston TAS 7050, Tel.: (03) 6229 6185
Kingston Hotel, Channel Hwy, Kingston TAS 7050, Tel.: (03) 6229 6116, (03) 6229 6875, Fax: (03) 6229 1744
Camping: Lea Scout Camp Cabins, Southern Outlet, Kingston TAS 7050, Tel.: (03) 6229 6292
Verkehr:
Fernverkehr:
Flugzeug: Norfolk Island wird von zwei Fluggesellschaften angeflogen, von Sydney, Brisbane, Newcastle, Melbourne und Auckland. Norfolk Air fliegt von Sydney und Brisbane. Air New Zealand fliegt mittwochs und sonntags von Auckland.
Ortsverkehr:
Abgesehen von Taxis kein öffentlicher Nahverkehr. Man kann aber Motorscooter und Fahrräder mieten. Die Insel lässt sich aber auch zu Fuß erschließen.
Lord Howe Island
Das subtropische Vogelparadies mit seinen grünen Hügeln, palmenbewachsenen Tälern und vorzüglichen Stränden, 702 km nordöstlich von Sydney, wird von New South Wales aus verwaltet. Im Süden der 13 km² großen Insel, dem Rest eines vor 30 Millionen Jahren ausgebrochenen Vulkans, erheben sich der Mt. Gower (875 m) und der Mt. Lidgebird (808 m). Das damals unbewohnte Eiland wurde 1788 von dem englischen Leutnant Ball entdeckt. 1834 ließen sich hier drei Walfänger mit ihren Maorifamilien nieder. 1842 kamen Siedler aus Sydney, um auf Lord Howe Island Schweine zu züchten. Heute leben auf der Insel rund 350 Menschen vom Fremdenverkehr. Besonderheit: die berühmte Kentiapalme (Howea Fosteriana), die nur auf Lord Howe Island wildwachsend vorkommt. Die vom südlichsten Korallenriff der Erde umgebene blaugrüne Lagune der Insel ist ein Tauchparadies. Bester Strand zum Wellenreiten ist Ned´s Bay. Im Norden der Insel lohnen das Lord Howe Island Historical Museum und Visitor Centre einen Besuch. Vom Mt. Lidgebird und vom Mt. Gower im Süden genießt man einen ausgezeichneten Panoramablick auf die südlich der Insel vorgelagerten 13 Felseneilande, darunter die pyramidenförmige Ball´s Pyramid (651 m, höchste aus dem Meer aufsteigende Felsspitze). Vor der Küste der Lord Howe Island liegen berühmte Angelreviere (besonders der Schwerfisch kommt häufig vor).
Praktische Hinweise
Information:
Lord Howe Island Tourist Centre (lhi.visitorcentre@bigpond.com, Tel.: (02) 6563 2114), http://www.lordhoweisland.info)
Unterkunft:
Beachcomber Lodge (Tel.: (02) 6563 2032 , Fax: (02) 6563 2132, www.beachcomberlhi.com.au, res@beachcomberlhi.com.au)
The Broken Banyan (Tel.: (02) 6563 2024, Fax (02) 6563 2201, brokenbanyan@clearmail.com.au)
Apartments: Howeana Apartments (Tel.: 61 (2) 6563 2258, Fax: 61 (2) 6563 2158, howeana@bigpond.com )
Verkehr:
Fernverkehr, Flugzeug: Flugverbindungen bietet Qantas von Sydney und Brisbane. Im Sommer auch von Port Maquarie,
Ortsverkehr: Mieten kann man Fahrräder und wenige Autos.
Coral Sea Islands Territory
Nordöstlich des Fünften Kontinents erstreckt sich das 1969 gegründete Coral Sea Islands Territory, verwaltet im Auftrag der australischen Bundesregierung von Norfolk Island aus . Das Gebiet von 1.035.960 km² besteht allerdings bis auf wenige Hektar Land aus Meer. Es reicht über eine Entfernung von über 2.000 km von der Raine Island im Norden bis zum Saumarez Reef im Süden. Ostgrenze ist der 157. Längengrad, Westgrenze der äußerste Rand des Great Barrier Reef. Die teilweise mit Kokospalmen, Pandanus und niederen Pflanzen bewachsenen 40 Atolle und Inseln sind Brutplatz zahlloser Wasservögel und Riesenschildkröten. Die einzige Siedlung, Willis Island (495 km nordöstlich von Townsville), hat eine meterologische Forschungsstation. Auf der Raine Island (160 km südöstlich von Thursday Island) findet man die Ruinen einer Siedlung und Grabsteine chinesischer Arbeiter, die hier zwischen 1846 und 1892 Guano abbauten. Das South Island (40,6 km²) hat einen großen Kokospalmenhain und ausgezeichnete Strände.





