Australien prägt das englische Landschaftsbild
Hecken, Steinmauern - Rationalisierung, Landvertreibung und Proletariat
Die englische Landschaft, so wie wir sie doch heute schätzen, ist Folge der Verhältnisse in Australien bzw. Kanada. Der Fünfte Kontinent mauserte sich nämlich zur Getreidekammer der Engländer, so dass es lukrativer wurde, wo immer möglich, auf Viehwirtschaft umzustellen und die Tagelöhner und Bauern loszuwerden.
Die überschüssige Bevölkerung musste nun verschwinden. Da weder Vieh noch Fleisch über weite Strecken befördert und letzteres zudem nicht gekühlt werden konnte, Stacheldraht überdies unbekannt war, durchzogen bald Hecken und Steinwälle das ganze Land (hedgeing and enclosure), um das Vieh einzupferchen. Damit wurde man die Hirten dann auch noch gleich los. Rationalisierung der Landwirtschaft, sozusagen. Und eine "Arbeitsteilung": Viehhaltung in England, Getreide aus den Kolonien.
Wo blieben die so Vertriebenen? Nun, sie landeten in den Städten und konnten zumindest zu Anfang des 19. Jh. großenteils in den Fabriken beschäftigt werden.
Eine eindrucksvolle Schilderung der daraus resultierenden Zustände, der Armut und Verelendung, lieferte Engels in "Die Lage der Arbeitenden Klasse in England".
Wer dann gegen das Gesetz verstieß, und handelte es sich auch nur um einen banalen Mundraub aus Hunger, landete flugs in Australien.
In Deutschland verschwand die Allmende fast unbemerkt. Die letzten jahrhundertealten Wege wurden im Zuge der Motorisierung der Landwirtschaft und der Flurbereinigung in den Fünfziger Jahren untergeflügt, wenn sie störten. Die Feldpolizei, die über unerlaubte Aneignung wachte, wurde zur selben Zeit aufgelöst.
Der Diebstahl an unserem Gemeinbesitz, der "Public Domain", geht natürlich weit über die Allmende hinaus. Internationale Firmen, vor allem aus den USA, lassen sich Pflanzen patentieren, seitdem der Oberste Gerichtshof dort 1980 entschieden hatte, dass genveränderte Lebewesen, Pflanzen und Tiere, Eigentum der Herstellerfirma seien.
Folge: eine radikale Verarmung des Angebots. Nur wenige Pflanzenarten, nämlich die, die den "Erfindern" gehören, wie Mais, Soja, Weizen beherrschen den Futter- und Lebensmittelmarkt, stecken aufgespalten in ihre Bestandteile, in allen möglichen Erzeugnissen, vom Cracker bis zu Softdrinks.
Intensive versus extensive Viehhaltung - USA und Australien
Bei der intensiven Viehhaltung wird u.a. Soja und vor allem Mais gefüttert. Der hat viel Eiweiß, sorgt für rasche Gewichtszunahme, ist aber als Futter für eigentliche Grasfresser völlig unangemessen. Im Pansen der Rinder, dem ersten Magen, entstehen Koli-Bakterien, u.a. der E-Coli 0157:H7, die über Fleisch und Pflanzen verbreitet werden. Die Tiere stehen im Mist, ihr Fell ist davon besprenkelt, bei einer Schlachtbandgeschwindigkeit von 600 Tieren pro Stunde, wie bei Smithfield, bleibt eine Verseuchung des Fleisches nicht aus.
Immer wieder werden deswegen große Mengen an Rinderhack in den Vereinigten Staaten aus dem Verkehr gezogen. Bekannt ist die Verseuchung dort als "burger bug".
Zwar wurde die Herkunft von Ehec, E-Coli O104:H4 aus Ägypen nachgewiesen, aber derartige Verseuchungen sind des öfteren zu erwarten, und gerade beim Fleisch.
Und dann würde sich auch die Frage nach einem Zusammenhang mit Medikamenten stellen, dadurch bewirkten Resistenzen sowie Genmais, der ja auch bei uns gefüttert wird und somit das Monsanto-Gift enthält (Roundup, Weiterentwicklung seines als Agent Orange bekannten "Entlaubungsmittels" aus dem Vietnamkrieg), und besonders aggressiven Ehec-Mutationen.
Zu den gesellschaftlichen Folgen siehe dazu auch Food Inc, http://www.youtube.com/watch?v=7sXvyMjQEvI, bzw. "Food Inc" bei Youtube suchen, da die Links wechseln, rund 90 Minuten. Monsanto und Co. lassen grüßen, s. im Film ca. Minute 1:03:00. Zwar gibt es ähnliche deutschsprachige Filme, aber dieser hier beschreibt, was im Anmarsch ist, die Zukunft.
Siehe dazu auch Ila-Web.
Was Australien betrifft, so sind die Verhältnisse anders, weil hier extensive Weidewirtschaft betrieben wird. Das Vieh wird also nicht nahe der großen Siedlungsgebiete und Märkte in Ställen gehalten und gemästet, sondern weidet auf den weiten Flächen im Busch.
So soll es sein.





