Mangroven – ein wertvolles Ökosystem

Salzige Sumpfgegenden, eine Heimat für viele Lebewesen

Naturwunder in Australien

In Australien nehmen Mangroven mehr als 11 500 Quadratkilometer der Küstenlinie ein. Sie werden hier von rund 30 Baum- und Straucharten aus 14 Familien repräsentiert. Diese Bäume sind in der Lage, in einer äußerst rauen Umgebung zu überleben. Ihre Wurzeln stecken in salzhaltigem Boden und werden bei Flut immer wieder überschwemmt.

Um aus dem salzigen Meerwasser überhaupt Wasser aufnehmen zu können, herrscht in ihren Pflanzenzellen ein sehr hoher osmotischer Druck, die Salzkonzentration ist also im Inneren der Zelle höher als im Meerwasser. Ein komplizierter Ultrafiltrationsmechanismus in den Mangroven-Wurzeln lässt Wasser, das in Richtung der höheren Salzkonzentration ins Innere der Zellen diffundiert, hindurch, nicht aber das Salz.
Wie die Kakteen können auch einige Mangrovenpflanzen Wasser speichern (Salzsukkulenz), um hohe Salzkonzentrationen zu verdünnen. Zudem können mit Salz angereicherte Blätter abgeworfen werden, und auch Salzdrüsen und Salzhaare dienen dem Ausscheiden überschüssigen Salzes.

Mangroven brauchen ruhige Gezeitenküsten, und wie die Korallenriffe sind sie wichtige „Landbildner“, die an der Entstehung von Land, dessen Schutz gegen Erosion und der Ausbreitung der Küsten direkt beteiligt sind.
Mit den Gezeiten werden Schwebstoffe aus den Mangroven herausgeschwemmt und versorgen benachbarte Korallenriffe und Seegraswiesen mit organischem Material.

Bei Flut tummeln sich Wasserlebewesen in den Mangroven, während bei Ebbe Landtiere nach Futter suchen. Mangrovensümpfe sind wichtige Brutstätten für viele Fischarten, da die Gewässer zwischen den Wurzeln Schutz und ein reiches Nahrungsangebot für die Jungtiere bieten. Es wird angenommen, dass bis zu 75 % des kommerziellen Fischfangs in den Mangroven aufwachsen.
Das abgefallene Laub der Mangroven wird von Bakterien und Pilzen zersetzt, die den Eiweißgehalt erhöhen. Diese angereicherte Kompost wird von Kleintieren gefressen, die wiederum größeren Tieren als Nahrung dienen.

Weltweit sind Mangrovensümpfe in Gefahr, in Südamerika und Asien ganz massiv, weil sie zwecks Zucht von Garnelen, in großen Brackwsserbecken abgeholzt werden.
Guten Appetit bei den "Shrimps"!