Rotes Zentrum, Grüne Küsten
Exotische Tierarten Australiens
Topographie und Geologie
Achtzig Prozent der Australier leben auf weniger als einem Prozent der gesamten Landmasse, meist um Sydney und Melbourne. Der größte Teil des Landes ist zu trocken für menschliches Leben.
Australien ist größtenteils weites, flaches, ausgedörrtes Land ohne Wälder oder Flüsse. Lediglich sechs Prozent der australischen Landmasse steigt über 600 Meter. Der höchste Berg ist der Mount Kosciusko (2228 Meter). Ein Drittel Australiens ist Wüste, mit einem weiteren Drittel Steppe oder Halbwüste. Die einzigen stets wasserführenden Flüsse finden sich in der Great Dividing Range am äußersten östlichen Rand des Kontinents.
Während die europäische Landschaft in den letzten 25.000 Jahren gestaltet wurde, formte sich Australiens Terrain in einem Zeitraum von über 250 Millionen Jahren. Erosionen flachten den Kontinent in so langer Zeit ab und hinterließen nur relativ kleine Berge am äußeren östlichen Rand. Der Großteil der Landschaft wird durch rote Erde, helles Licht, zerrissene Blätter und sich abschälende Rinde von unzähligen Eukalyptusbäumen geprägt.
Australien umfasst ein Gebiet von 7.682.300 km² bei einer durchschnittlichen Erhebung von weniger als 300 Metern. Die drei topographischen Hauptmerkmale sind das Great Western Plateau, das rund Zweidrittel des Lands bedeckt, die Central Eastern Lowlands, die in den Lake Eyre ablaufen, und die Eastern Highlands oder die Great Dividing Range.
Lake Eyre, ca. zwölf Meter unter dem Meeresspiegel und 9300 km² umfassend, ist meist nur eine salzverkrustete Schlammpfütze. Das Bett des Sees wurde übrigens oft von Donald Campbell bei dem Versuch neuer Landhochgeschwindigkeits-Rekorde benutzt.
Meist so heiß, um einen Affenarsch kochen zu können
Viele der auf Karten verzeichneten Seen sind ausgetrocknete Salzpfannen, die sich nur gelegentlich auffüllen, obwohl Spuren darauf hinweisen, dass sie einst wassergefüllt waren. Lake Woods im Northern Territory zum Beispiel ist ein trockenes Becken von rund 180 km² Durchmesser, doch belegen Spuren, dass der See einst 2850 km² Durchmesser maß. Fossilien bestätigen, dass das Klima in Australien früher deutlich feuchter war als heute. Heute ist es jedenfalls heiß genug, um einen "monkey´s bum" zu kochen, wie Fachleute von einem Premierminister wissen. Welcher war´s ?
Australien ist größtenteils trocken und heiß, doch der Winter trägt Riesenschneemassen nach Tasmanien und in die australischen Alpen, mehr noch als in den Schweizer Alpen. Das Thermometer kann im Landesinneren auf heiße permanente 38°C ansteigen. Wegen der geringen Bewölkung sind nachts Temperaturstürze bis zum Frostpunkt möglich.
Regenfälle können in Australien ganz unterschiedlich ausfallen. Allein die nördlichen und östlichen Ränder verzeichnen mehr als 700 mm Niederschlag jährlich. Im Landesinneren können lange Trockenperioden durch kurze, sintflutartige Regenfälle unterbrochen werden, die das Land verwüsten oder es kurzzeitig in ein fruchtbares Gebiet voller Wildblumen verwandeln.
Australien ist mit Abstand der trockenste Kontinent. Wegen der hohen Verdunstung ist der durchschnittliche Bodenabfluss ca. 12% im Gegensatz zu den 38-50%, die auf anderen Erdteilen verzeichnet wurden. Australische Böden sind weitgehend nährstoffarm. Die Regenarmut bedeutet, dass sich der Ackerbau auf die feuchtere östliche Region konzentriert.
Das australische Antarktis-Territorium bedeckt 6200 000 km² und ist damit fast so groß wie Australien selbst. Obwohl das Territorium von Australien beansprucht wird, haben zahlreiche andere Länder, Russland eingeschlossen, dort Forschungsstationen errichtet, ohne diesen Anspruch zu anzuerkennen. Australien ist an der Spitze derjenigen Nationen, die sich um den Umweltschutz in der Arktis bemühen.
Das Land war einst Teil des alten Kontinents Gondwana und wurde vor rund 35 Millionen Jahren zum eigenen Kontinent. In der Abgeschiedenheit hat seine Flora und Fauna erstaunliche und wundervolle Charakteristika entwickelt. Die Vorgeschichte zeigt, dass einst deutlich größere Tiere den Kontinent bewohnten, doch bestehen verschiedene Ansichten, weshalb sie ausgestorben sein mögen, sei es Klimaveränderungen, Ausrottung durch Jagd oder das Feuer der Aborigines. Vor Ankunft der Europäer gab es in Australien keine Nutztiere bis auf den Dingo, den die Aborigines vermutlich vor rund 6000 Jahren aus Indonesien mitbrachten.
Die australische Fauna unterscheidet sich stark von der Indonesiens und Malaysias. Rund die Hälfte der einheimischen Tierarten sind Beuteltiere (d.h. sie säugen ihre Jungen in Beuteln). Zu ihnen gehören der Koala, das Känguru, der Numbat, das Wallaby, Oppossums und Wombats. Außerdem leben in Australien die einzigen eierlegenden Säugetiere der Welt – Schnabeltier und Ameisenigel. Überdies gibt es 300 Echsenarten und zwei Krokodiltypen.
Unzählige giftige Schlangenarten, darunter Taipan, Tiger- und Todseottern haben in Australien ihr Zuhause, ebenso wie Giftspinnen, beispielsweise die Trichternetz- und die Rotrückenspinne. Die markanten Vogelarten des roten Kontinents schließen den Kookaburra, den Emu, Helmkasuaren, Leierschwänze, Kakadus und den Muttonbird, ein Seevogel der zu kommerziellen Zwecken gejagt wird, ein. Die kommerzielle Ausbeutung von Kängurus ist ein kontroverses Thema und wird heute streng überwacht. Ausländische Krankheiten und die Einfuhr von neuen Spezies nach Australien haben das vormals raubtierfreie Habitat vieler einzigartiger Tierarten, selbst den Koalas, gefährdet. Nachdem dieser 1992 zur geschützten Tierart erklärt wurde, hat ein Buschfeuer um Sydney einige der letzten Kolonien ausgelöscht.
Wildkaninchen wurden 1859 eingeschleppt und hatten sich innerhalb von 50 Jahren über den gesamten Kontinent verbreitet. Alle Versuche, die Ausbreitung zu einzudämmen, schlugen fehl, bis 1950 Myxomatose eingeführt wurde, eine Virenerkrankung aus Brasilien. Da viele der Karnickel inzwischen immun gegen das Virus sind, arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an neuen Viren, um die Hopser unfruchtbar werden zu lassen. Weltweit gesehen sind allerdings nicht die Karnickel das Problem sondern Zweibeiner. Unbekannt ist, ob der Vatikan an eine Lösung denkt oder andere Institutionen bereits daran arbeiten.
Einzigartige Flora und Fauna
Die Vegetation beherrscht der Eukalyptus, dessen 550 Arten vom Dwarf Malee der Wüste bis zur 90 Meter hohen Bergesche rangieren. Dazu gesellen sich rund 600 Akazienarten. Australiens Tiere, die sich 35 Millionen Jahre in Isolation entwickeln konnten, sind einzigartig. Sie umfassen vor allem eine große Zahl an Beuteltieren wie die gefährdeten Koalas, Wombats, Kängurus, Wallabys und Opossums.
Weltkulturerbestätten Australiens
- Großes Barriereriff (vor Queensland)
- Kakadu-Nationalpark (NT)
- Willandra Lakes Region (NSW)
- Tasmanian Wildernis
- Lord Howe Island Group (vor NSW)
- Australian Rainforest Parks (NSW / Qld)
- Uluru National Park (Ayers Rock, NT)
- Wet Tropics of Queensland
- Shark Bay (Western Australia)
- Fraser Island (vor NSW / Qld)





