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Klimaschutz in Australien
Energiesparlampen Down-Under
Wie spart man Elektrizität am anderen Ende der Welt?
Eine normale Glühlampe liefert nicht nur Licht als Endprodukt, sondern erzeugt als tatsächliches Hauptprodukt zu über 90 Prozent Wärme. Energiesparlampen funktionieren wie Leuchtstoffröhren. Sie erzeugen kaum Hitze und sparen somit Strom. Australiens Premierminister John Howard setzt nun im Kampf gegen den Klimawandel, von dem Australien besonders übel betroffen wird, auf das Energiesparpotential durch Energiesparlampen. Glühbirnen will er verbieten.
Das Kioto-Protokoll dagegen wurde von Australien ignoriert. Die Australier pusten pro Kopf mehr Treibhausgase in die Luft als jedes andere Land der Welt. Die Kfz-Steuer ist nicht vom Spritverbrauch abhängig, erneuerbare Energien werden wenig gefördert, für Neubauten bestehen keine Passivhausnormen und auch andere Regelungen, die Energie einsparen fehlen, aber die Energiesparlampen sollen es nun richten. Mit diesen läßt sich circa ein halbes Promille der australischen Treibhausgase einsparen. Toll!
Das Ganze klingt nach einer Aktion, die um der Wiederwahl Willen geboren wurde. Aber daß die Australier generell beginnen, sich mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen, ist durchaus positiv zu sehen. Denn aus der Beschäftigung mit einem Thema folgen meist auch Handlungen. Wenn diese im Bereich des „Energiesparens“ liegen, dann kommt die Energiesparlampe sicherlich zum Zuge.
Anfang April drehte sich Sydney eine Stunde lang den Saft ab. Die Oper lag im Finsteren, die Cola-Reklame erlosch. Ein wirklicher Anfang?
SF
Aussies sagen Nein zum Kyoto Protokoll
Klimaschutz ? Nur mit Apec.
Verringerung von Treibhausgasen nach Diktat? Nicht mit uns!
Australien stellt sich immer noch, als einziges Industrieland neben den USA, gegen die vereinbarte Reduktion von Treibhausgas durch das Kyoto-Modell. Anstelle der Vorgaben der UN-Konferenz will Australien zusammen mit anderen Pazifikanrainerstaaten (Apec) seine eigenen Klimaschutzmethoden anwenden.
John Howard, konservativer Premierminister Australiens, will dazu beim Gipfel der Apec im September eine Vereinbarung unterschreiben. Zu den anderen Mitgliedsstaaten zählen die USA, China und Russland.
Howards Hauptaugenmerk wird auf dem Handel mit Emissionszertifikaten liegen, meinte er, als er den jahrelang abgelehnten Vorschlag für das System machte. Seiner Ansicht nach sei »das Kyoto-Modell mit seinen von oben diktierten Vorschriften legalistisch und eurozentrisch - das funktioniert einfach nicht im asiatisch-pazifischen Raum«.
Positives lässt sich allerdings von einem der größten Treibhausgasverursacher Australiens vermelden. Die Truenergy Company, Hauptbetreiber des Yalloum Braunkohle-Elektrizitätswerks, plant, ihren Emissionsausstoß bis 2050 um 60% zu verringern. Ihre Reduktionsziele sind: den Kohlestoffverbrauch ab 2010 drastisch zurückzunehmen, bis 2020 ihre Emission um ein Drittel im Vergleich zu 2007 zu senken und so stetig weiter zu reduzieren.
Man darf also gespannt sein, mit welchen Plänen die Apec das Klima schützen wird und wie die Umsetzung der geplanten Programme von Statten gehen wird.
R.A.
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