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Uluru, der mythische Fels Australiens

Im Herzen des Nationalparks

Ayers Rock – Kultstätte und Touristenziel

In der Nähe von Alice Springs türmt sich über dem australischen Busch der zweitgrößte Monolith der Welt: Ayers Rock. Die Aborigines verehren ihn seit jeher als Uluru, "schatten-spendender Platz". Seit über 10 000 Jahren gilt er bei ihnen als heilige Stätte, als Ort des Kults und der Verehrung.
348 m hoch, 3,6 km lang und 2,4 km breit ist der Inselberg, im Verständnis der Ureinwohner ein schlafender Riesenwal, den einer der Traumzeit-Ahnen aus einer Sanddüne geformt hat.

Der nach einem früheren Premierminister benannte Felsen und die Olgas, Überreste eines alten Gebirges, bilden heute das Zentrum des Uluru-Nationalparks, der eine Fläche von 1300 km² hat. Felsformationen, Höhlen und Wasserstellen prägen die Landschaft des Ayers Rock, dessen Alter auf 600 Millionen Jahre geschätzt wird.
Luft und Feuchtigkeit bilden mit den Mineralien an der Oberfläche Eisenoxyd und Ton, der langsam abbröckelt und der Grund für die auffällige rote Färbung ist. Die rötliche Farbe des Ayers Rock verändert sich je nach Witterung und Stand der Sonne, die beim Untergang den Felsen geheimnisvoll aufleuchten läßt.

In den Sockel des Felsens fraß die fortwährende Erosion Höhlen, welche die Aborigines vom Stamm der Loritja und Pitjantatjara mit vielen Malereien schmückten. Sie stellen unter anderem Bogenschützen, Speerwerfer, Tierköpfe mit mächtigen Hörnern, Federn und Blätter dar. Die ältesten Darstellungen sind linearer und geometrischer Art. Einige Höhlen sind Kultstätten, die von weiblichen Stammesmitgliedern und jungen Männern, die noch nicht an Initiationsriten teilgenommen haben, nicht betreten werden dürfen.

Heilig sind den Aborigines auch die sich gelegentlich unterhalb des Felsens bildenden Tümpel. Hier hat die Regenbogenschlange Ungud ihr Reich, die Stamm-Mutter alles Lebendigen, die für Regen und weibliche Fruchtbarkeit sorgt.

Der jahrelang schwelende Streit um die Besitzverhältnisse des heiligen Ortes konnte erst 1985 beigelegt werden. Damals gab die australische Regierung das Gebiet den Aborigines zurück, behielt sich aber eine touristische Nutzung vor. Dadurch konnte sie es für den Zeitraum von 99 Jahren "leasen".