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Eine Nacht unter Krokodilen
Schockerlebnis für Australien-Urlauber
Vom Reiseführer vergessen - allein in der Wildnis
Die Faszination des australischen Outbacks beruht nicht zuletzt auf den Gefahren, die dort lauern. Für eine Familie aus Dänemark wurde der Ausflug dorthin jedoch zum Alptraum: Die Urlauber mussten an einem Fluß voller Krokodile übernachten, nachdem ihr Reiseführer sie dort vergessen hatte. Erst am nächsten Morgen kam die Rettung in Form einer anderen Reisegruppe.
Der Vorfall ereignete sich am Ufer des Jim Jim Creek nahe Twin Falls. Für die Familie war es eine traumatische Erfahrung, da sie sich völlig ausgeliefert fühlten.
Die Parkverwaltung habe der Familie als Entschädigung die Übernachtungskosten in ihrem Hotel gezahlt, hieß es. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, ist nicht bekannt; vermutlich war der Reiseführer zerstreut, als er seine Gruppe zählte.
Malcolm Douglas, der Outback-Experte
Einer, der selbst in solch einer Lage die Nerven behalten würde, ist zweifellos Australiens Tierfilmer Malcolm Douglas. Deutsche Zuschauer kennen ihn aus seinen Sendungen bei Kabel 1 (derzeit: Unterwegs mit Malcolm Douglas, nur über Pay-Tv).
Seine Jugend prägte ihn zutiefst: Der Vater von Malcolm Douglas arbeitete für die Vereinten Nationen, was die Familie auf die Fidschi-Inseln verschlug. An diese Zeit erinnert sich der heute 62-Jährige mit Wehmut. Seine Vertrautheit mit der Tier-und Pflanzenwelt geht auf diese Zeit zurück: Der junge Malcolm verbrachte seine Tage vor allem mit den Eingeborenenkindern, lernte, wie man fischt, Schlangen fängt und Tiere bestimmt.
Als junger Mann zog er zusammen mit einem Freund los, die Natur zu entdecken und auch zu filmen: 1967 machten sie sich auf die Reise durch Australien. Sie waren vier Jahre lang unterwegs. Entstanden ist damals mit Across the Top ein Film, der den fernsehverwöhnten Australiern das Kino wieder näher brachte und immer noch zu den erfolgreichsten von Malcolm Douglas gehört.
Für den Filmemacher selbst markierte es den Beginn eines Lebens, das bis heute im Zeichen harter, aber spannender Arbeit steht. Von seinen Fahrten durch die Wildnis hält er interessante Eindrücke fest, ohne dabei einem bestimmten Drehbuch zu folgen.
Malcolm Douglas ist es wichtig, den Kreislauf der Natur nicht zu stören. Er dreht ohne großes Team, ohne große Effekte, ohne Einflüsse von außen.
Unterwegs mit Malcolm Douglas unterstreicht das eindrucksvoll. In halbstündigen Episoden nimmt er den Zuschauer mit auf Ausflüge in eine unbekannte und faszinierende Welt und bringt ihm so den Geist, die Ursprünglichkeit seines Heimatkontinentes und dessen Einwohner näher.
Respekt vor der Natur - auch wenn Malcolm Douglas nicht hinter der Kamera steht - bestimmt sein Leben. Zusammen mit seiner Frau betreibt er eine Farm, auf der bedrohte Tierarten so artgerecht wie möglich gehalten und beobachtet werden - sogar im Wohnhaus, wo mitunter bis zu 40 kleine Kängurus in Beuteln an den Türklingen hängen. Krokodile, die er im Auftrag der australischen Regierung eingefangen hat, werden dagegen mit respektvollem Abstand zum Haus angesiedelt.
Kein Wunder, dass viele Deutsche die Farm bei ihrem Australien-Urlaub als festes Reiseziel mit einplanen. Malcolm Douglas führt dies auf die Ähnlichkeiten von Deutschen und Australiern zurück: „Beide lieben sie Camping-Trips, Lagerfeuer und ein kühles Bier“.
Juli 2005






