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Indianer aus Australien
Wie auf der Internetseite diepresse.com zu lesen ist, deuten Schädelfunde in Mexiko darauf hin, dass die Erstbesiedler Amerikas aus Australien kamenWer entdeckte Amerika? Woher kamen die ersten Siedler und wann kamen sie? Fest steht nur, dass sich vor 13.600 Jahren von Nordwesten her eine Kultur über den gesamten Kontinent verbreitete, die der Clovis. Sie waren Großwildjäger und haben in kurzer Zeit die gesamte Megafauna ausgerottet, von Mammuts bis Löwen. Wie, ist umstritten, vielleicht waren sie zu gute Jäger, vielleicht haben sie respektive ihre Hunde Krankheitserreger mitgebracht, die in der Neuen Welt unbekannt waren.
Wie auch immer, sie waren aus der Mongolei gekommen und hatten von der ostsibirischen Halbinsel Kamtschatka aus Alaska erwandert, quer durch die Beringstraße, die die Eiszeit trocken gelegt hatte. Auch das ist nicht ganz sicher, vielleicht sind sie mit Booten gekommen. Sicher ist nur, dass die heutigen Indianer sich von den Clovis herleiten und damit ihren Anspruch auf das Land und seine Geschichte begründen.
Aber dann fanden sich in Chile Spuren einer Prä-Clovis-Kultur - 15.000 Jahre alt -, und andernorts fanden sich Zeugnisse alter Kulturen, die keine Großwildjagd betrieben haben. Zudem stieß man auf Schädel, deren Form keine mongolischen Charakteristika zeigten. Der berühmteste heißt Kennewick Man, sein Schädel lag seit 9300 Jahren in den Sedimenten des Columbia River, als er 1996 ausgegraben wurde. Aber er ist sichtlich kein Mongole, er trägt Gesichtszüge der Ainu, das sind Indigene auf Japan. Allerdings haben die heutigen Indianer keine japanischen Gene, Kennewick Man brachte die Clovis-Hypothese nicht ins Wanken.
Die Clovis mussten einfach früher gekommen sein. Und es fand sich ein Beleg: Ein russischer Anthropologe stieß in Kamtschatka auf eine Siedlung, die als Basislager für die große Wanderung hätte dienen können, Ushki Lake, er datierte sie auf ein Alter von 16.800 Jahren. Aber er hatte sich vertan, man bemerkte es letztes Jahr, die Siedlung ist nur 13.000 Jahre alt.
Nun kommt der nächste Schlag für das Selbstbewusstsein der Indianer: "Sie können den Anspruch nicht aufrecht halten, als Erste gekommen zu sein", erklärt Silvia Gonzales, Anthropologin an der Liverpool University: "Die Schädel, die wir untersucht haben, haben eine völlig andere Form als die der Indianer. Sie sind viel länglicher." Diese Schädel stammen von einer Halbinsel Mexikos, sie gehörten den Pericu, Indigenen, die erst vor 200, 300 Jahren ausgestorben sind. Missionare im 18. Jahrhundert haben sie als Jäger und Sammler beschrieben, die auch mit Booten umgehen konnten.
Gonzalez hat 27 Skelette gefunden, vier sind datiert, das älteste ist älter als der erste Clovis: 12.700 Jahre. Und die Physiognomie der Schädel deutet nicht nach Norden, sondern nach Westen: nach Australien, zu den Aboriginies. Das würde zu einem umstrittenen früheren Fund aus Südamerika passen: australischen Felsmalereien. Aber Physiognomien können sich im Lauf der Jahrtausende ändern, Klarheit kann nur eines schaffen: "Wir haben DNA extrahiert: Es wird eine Bombe", verspricht Gonzales, die glaubt, dass Amerika in mehreren Wellen aus verschiedenen Richtungen erwandert wurde - es gibt sogar Hinweise auf Europäer: Steinmesser, wie sie die Solutreaner verwendeten, die vor 20.000 Jahren in Südfrankreich siedelten.
Wenn die Bombe so zündet, wie Gonzales hofft, werden nicht nur die Lehrbücher umgeschrieben werden müssen. Es wird auch höchst emotionale Konsequenzen für die Indianer geben: Vom Gesetz her gehören ihnen ihre Ahnen, die wollen sie nicht in Labors entweiht sehen. Das hat die Anthropologie in den USA fast zum Erliegen und Indianer und Forscher in regelrechte "Schädel-Kriege" gebracht: Seit 1996 wurde vor Gericht gestritten, ob Kennewick Man erforscht werden darf. Mitte August nahm das Verfahren sein Ende: Er war kein Vorfahr der Indianer, sie haben kein Recht auf ihn.
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